Absolutes Muss für Nordvietnam ist die Halong Bucht. Hier hatten wir im Vorfeld einiges Negative von Abzocke
und schlechten Touren gehört. Selbst Touren von 50€ bis 200€ pro Tag sollen hier sehr schlecht organisiert sein. Also haben wir beschlossen, keine Tour zu buchen, sondern uns selbst zu organisieren
und einge Tage auf Cat Ba in der Halong Bucht zu verbringen. Dies ist nicht nur deutlich billiger, sondern man kann auch selbst entscheiden, was man mit macht und was nicht. Erfreulicherweise
haben wir bisher keine negativen Erfahrungen mit Abzocke oder Betrügereien gemacht.
Die Anreise auf die Inseln ist ganz einfach. Am Luong Yen Busbahnhof kauft man sich bei Hoang Long
ein Ticket nach Cat Ba. Dies genügt eine Stunde vorher. Alternativ kann man sich für einen kleinen Aufpreis in seinem Hostel ein Ticket buchen lassen. Das Ticket kostet je nach Saison 210.000 VND
bis 240.000 VND und beinhaltet die Bus-Fahrt sowie das Boot-Ticket. Busse fahren um 7:20 Uhr, 9:20 Uhr, 11:20 Uhr und 13:20 Uhr.
Zur Abfahrt wird man in der Wartehalle aufgerufen. Anschließend sind wir drei Stunden nach Haiphong gefahren. In Haiphong wurde der Bus gewechselt und wir bekamen mehr oder weniger eine 45
minütige Stadt- und Hafenrundfahrt. Weiter ging es nun mit dem Schnellboot nach Cat Ba (ca. 20 Minuten). Angekommen wurden wir in Minibusse gesetzt und nach Cat Ba Stadt Mitte
gebracht. Die Fahrt war die bestorganisierteste, die wir auf unserer Reise erlebt haben.
Um nach der Ankuft nicht ewig herumzuirren, haben wir unsere Unterkunft am Vorabend online gebucht und
gleich noch ein Schnäppchen gemacht.
Auf Cat Ba gehört natürlich eine Fahrt durch die Karststeinfelsen der Halong Bucht dazu. Wir haben vor Ort
für 15 $ einen Boottripp mit Kajaking und Schwimmen gebucht. Auch hierzu hatten wir im Vorfeld viel von Betrügereien und schlechten Touren gelesen und haben nicht allzuviel erwartet. Wir wurden
jedoch sehr positiv überrascht. Zunächst ging es mit dem Boot durch die Ha Lan und Halong Bucht. Unterwegs gab es einige interessante Floating Fishing Villages. Für das Kajaking hatten wir zwei
Stunden Zeit. Es war schon ein Erlebnis um die riesigen Felsen und durch die Grotten zu paddeln. Anschließend gab es ein sehr gutes und ausreichendes Mittagessen an Bord. Das Schwimmen war
weniger spektakulär, wobei jedoch alle riesigen Spaß hatten einfach vom Boot zu springen. Abschluss bildete ein Stopp auf Monkey Island. Über einen halsbrecherischen Weg, zumindest mit Fliflops,
ging es auf den höchsten Punkt der Insel mit einem fantastischen Blick auf die Inselwelt.
Aber auch auf Land hat Cat Ba einiges zu bieten. Wir haben uns einen Roller gemietet und sind einfach mal
über die Insel gefahren. Dabei geht es meist entweder steil bergauf oder hinunter. Auf dem Weg zum Nationalpark kommt man an der Hospital Cave vorbei. Ein Stopp lohnt sich. Die Höhle wurde zu
Beginn des Vietnamkriegs zum Hospital ausgebaut und diente anschließend bis 1975 als ziviles Krankenhaus. Die bunkerähnliche Anlage erstreckt sich über drei Stockwerke. Mit Puppen werden einige
Szenen aus Zeiten des Krieges nachgestellt. In 20 Minuten ist man zwar durch, dafür ist der Eintritt mit 15.000 Dong mehr als moderat.
Der Nationalpark beheimatet zahlreiche Tierarten und eignet sich hervorragend für Wanderungen. Vom Peak
bietet sich eine gute Sicht auf die Inselwelt der Ha Lan Bucht. Theoretisch kann man den Park in einer vierstündigen Tour queren und sich mit dem Boot nach Cat Ba Town zurückbringen lassen. Steht
das Moped im Nationalpark, hat man davon allerdings wenig.
Wir sind jedenfalls über die Küstenstraße zurück gefahren. Diese Route ist weniger bergig, dafür
fährt man die ganz Zeit am Meer entlang.
Der größte Teil der Insel ist zwar felsig, es gibt aber auch drei kleinere Badestrände östlich von Cat Ba
Stadt. Diese sind relativ einfach zu erreichen. Allerdings führt zum Cat Co 2 nur ein Fußweg von Cat Co 1. Die anderen beiden sind anfahrbar. Da sich an allen drei Stränden Resorts befinden, ist
es egal, welchen man aufsucht. Große Unterschiede gibt es keine.
Cat Ba zieht nicht unbedingt die touristischen Massen an. Nach einem Tagesausflug und einem Bootstrip kennt
man dafür auch schon die meisten Backpacker. Von Eco-Tourismus, auf den die Insel angeblich setzt, haben wir nichts gemerkt. Die Stadt selbst versprüht zwar den Charme spanischer
Touristenbetonburgen, dennoch werden wir die Tage auf der Insel in schöner Erinnerung behalten.



































